News: Eine Frage des Gewissens?

Wer bei nachhaltiger Mode heutzutage immer noch an die, vor rund 40 Jahren, gängigen Modelle aus Jute oder Hanf denkt, liegt wohl falsch. Neben Highfashion-Labels, die ausschließlich faire und umweltfreundliche Mode entwerfen, bieten auch immer mehr Highstreet-Labels nachhaltige Kollektionen an. Doch wie viel „grün“ steckt wirklich dahinter?

Ein bisschen Kenia

Zebrastreifen, bunte Muster und aufregende Schnitte – so sieht die neue „Asos made in Kenya“ Kollektion des britischen Onlineshops aus. Auf den ersten Blick kann man nicht genau erkennen, wie sich diese Kollektion von den anderen Asos-Linien unterscheidet. Die Mode sieht cool und lässig aus – für Frauen, die gerne Neues ausprobieren und mit ihrem Stil auffallen möchten. Aber was hat das Ganze, abgesehen von den Mustern, jetzt mit Kenia zu tun? Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand. Wie der Name schon sagt, ist die gesamte Kollektion „made in Kenya“ und Teil eines Nachhaltigkeits-Projekts von Asos. Für die Linie werden faire Materialien, die sich leicht recyceln lassen oder schon recycelt wurden, verwendet. Seit 2010 arbeitet der Onlineshop mit der afrikanischen Textilmanufaktur „Soko Kenya“ zusammen – die aktuelle Herbst-Kollektion ist mittlerweile die dritte dieser Kooperation. Dabei geht es vor allem darum, die Infrastruktur des Landes und das Leben der Arbeiter zu verbessern.

Die Manufaktur achtet stark darauf, dass ihren 50 Mitarbeitern faire Löhne bezahlt werden und die Klamotten zu sicheren Arbeitsbedingungen gefertigt werden. Außerdem werden Frauen vor Ort dabei unterstützt, sich ein besseres Leben zu ermöglichen. Für die aktuelle Kollektion haben Kinder einer Grundschule vor Ort Zeichnungen angefertigt, die anschließend von Grafikern in Prints umgewandelt werden. Im Gegenzug wird die Schule mit Geld für Schulbücher oder anfallende Renovierungen unterstützt. Für Asos ist die Zusammenarbeit mit Soko Kenya nur der erste Schritt in eine nachhaltige Richtung. Unter der Shop-Kategorie „Eco Edit“ können die Kunden im Onlineshop nach weiteren nachhaltigen Partner-Labels und Designern suchen. „Wir sehen Nachhaltigkeit nicht als Konkurrenzgeschäft sondern als Möglichkeit zur Zusammenarbeit“, sagt Louise McCabe, Beauftragte für Corporate Responisbility bei Asos, im Interview mit harpersbazaar.de.

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Alles nur eine grüne Masche?

Das Aufkommen von immer mehr Fair-Fashion-Labels und das Verbraucherverhalten, hin zur Entschleunigung und Slow-Fashion, zieht natürlich auch an den Modegiganten wie Zara, Mango, H&M und Co. nicht unbemerkt vorbei. So bringen neben Asos auch weitere Highstreet-Labels nachhaltige Kollektionen auf den Markt. Es stellt sich die Frage, wie glaubhaft dieser Sinneswandel von solchen Firmen ist. Denn ihre Business-Modelle sind darauf aufgebaut, schnell zu produzieren und noch schneller zu verkaufen. Betreiben sie womöglich nur das sogenannte Greenwashing? (Als Greenwashing bezeichnet man eine PR-Maßnahme, die einem Unternehmen ein „grünes Image“ zu verleihen soll, ohne dass es dafür eine Grundlage in der Produktion gibt.)

Nehmen wir doch das Beispiel von H&M. Nach der Gründung der „H&M Conscious Foundation“ im Jahr 2007, brachte das schwedische Modelabel 2011 die erste nachhaltige „Conscious-Kollektion“ auf den Markt. Produziert wird die Kleidung bis heute zu mindestens 50 Prozent aus nachhaltigen Materialien, wie recyceltem Polyester und Biobaumwolle. Der „H&M Conscious-Plan“ wurde entwickelt um eine nachhaltigere Zukunft in der Mode zu ermöglichen. Außerdem hat sich der Konzern in seinem Nachhaltigkeitsbericht 2016 zum Ziel gesetzt, ab 2030 nur noch recycelte oder andere nachhaltige Materialien für seine Produkte zu verwenden. Ein weiterer Vorsatz ist es, bis 2020 komplett auf nachhaltige Baumwolle umzusteigen. Der Kritikpunkt hierbei ist, dass H&M dabei auf „Better-Cotton“- Baumwolle setzt. Diese ist vom Prinzip her ein guter Ansatz, denn bei ihrem Anbau wird weniger Wasser verbraucht und bessere Arbeitsbedingungen geschaffen. Dennoch wird nicht komplett auf Pestizide verzichtet – wie es bei Bio-Baumwolle der Fall ist. Deshalb ist es abzuwarten, ob H&M bald den großen Schritt in Richtung „komplett bio“ machen wird.

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Willkommen im Club

Seit kurzem mischt auch Mango im „grünen Club“ mit. 2016 rief das spanische Unternehmen das umweltbewusste Projekt „Take Action“ ins Leben. Teil davon ist auch die „Mango Committed“-Linie – die Kleider werden hierfür, wer hätte es gedacht, ausschließlich aus ökologischen Materialien hergestellt. Produziert wurde in Ländern wie der Türkei, Portugal und Marokko. Für viele lässt sich diese neue Nachhaltigkeit nicht mit dem „Fast-Fashion“-Konzept vereinen. Doch neben der „Committed“-Kollektion, setzte sich Mango schon in vergangenen Jahren für die Umwelt ein: 2015 startete der Modekonzern zusammen mit der Organisation „Koopera“ eine Sammelaktion für getragene Kleidung und Schuhe, die anschließend recycelt wurde. Zudem ist das Label Teil des „Detox-Projekts“ von Greenpeace und hat ein internes Tool entwickelt, um den Wasserverbrauch des Unternehmens zu reduzieren. „Die Zukunft der Mode beginnt hier”, erklärt Daniel López, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Mango. „Die Kriterien der Verbraucher und das Nachhaltigkeitsbewusstsein haben sich in den vergangenen Jahren exponentiell entwickelt und genau so hat es auch die Mode getan. Wir möchten uns für ein nachhaltigeres Geschäftsmodell engagieren.“

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Greenwashing-Gerüchte beiseite, es ist schön zu sehen, dass sich auch Highstreet-Labels Gedanken über eine nachhaltigere Zukunft machen. Umweltbewusstsein scheint deshalb in der Mode ein immer bedeutender Begriff zu werden. Auch wenn bisher nur einzelne Kollektionen auf diese Weise hergestellt werden und der Rest der Kleidung trotzdem noch unter schlechteren Bedingungen produziert wird, sollte man die Modekonzerne deswegen nicht verurteilen. Denn wenn sich die fair produzierten Kollektionen gut verkaufen, ist es naheliegend, dass die in naher Zukunft Auswahlen erweitert werden. Deshalb ist die umweltfreundliche Mode ein Thema, das Verbraucher sowie Unternehmer gleichermaßen angeht – nur so werden wir dem Vorurteil von Jute-Kleidchen ein für alle Mal abschwören können.

Get in the Mango Comitted Mood

Text by Aline

Translated by Carmen

Layout by Angela

 

Background picture of featured image © David Nance