News: Time’s Up In Hollywood

„Ich bin stolz, heute Nacht schwarz zu tragen. Ich bin stolz, schwarz zu tragen, um in Solidarität mit den Frauen zu stehen, die seit Jahrzehnten für soziale Gerechtigkeit arbeiten. Ich bin stolz darauf, schwarz zu tragen, um mit all den großartigen Menschen in Solidarität zu stehen, die sich für Ungerechtigkeit stark machen.“ Die Worte der US-amerikanischen Schauspielerin Kerry Washington könnten den Abend der 75. Golden Globe Verleihung nicht besser beschreiben – ein Beweis, dass Schwarz mehr als nur eine Farbe ist.

Strahlend in Schwarz

Ob Frauen oder Männer, die Besucher der Verleihung verzichteten bewusst auf bunte Farben und setzten mit ihrer Kleidung ein Zeichen. Ein Zeichen für Gleichberechtigung; ein Zeichen für Solidarität. Schwarz, die Farbe des Abends, steht normalerweise für Minimalismus und gilt als zurückhaltend. An diesem Abend sorgt genau diese Zurückhaltung für große Aufregung und rückte die Stars mehr als jede andere grelle Farbe in den Vordergrund. Ob Spitze, Tüll oder Satin – die Kleiderstangen der Stylisten erstrahlten in den verschiedensten Variationen der Farbe.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die Golden Globes sind der Anfang der Award Season 2018. In diesem Jahr ist dieser Anfang auch der Beginn für ein neues Hollywood, das dabei ist, sich zu verändern. In den letzten Jahren traten immer wieder Vorfälle von sexuellem Missbrauch von Schauspielerinnen in Hollywood auf. Dass diese jedoch keine Seltenheit sind, zeigt die Protestbewegung #MeToo. Viele Frauen in Hollywood, darunter bekannte Stars wie Lupita Nyong'o, Angelina Jolie oder Gwyneth Paltrow, zeigten mit diesem Hashtag, dass auch sie Opfer von Missbrauch Fällen sind. Als Reaktion auf diese Debatte und dem Harvey Weinstein Effekt wurde die Bewegung „Time's Up“ 2018 gegründet, die sich gegen sexuelle Belästigung stark macht. Studien zeigen, dass eine von drei Frauen im Alter von 18-34 am Arbeitsplatz schon sexuell belästigt worden sind ­– 71% dieser Frauen haben dies nicht gemeldet.

Um Unterstützer für diese Initiative zu gewinnen, stand der Abend der Verleihung ganz im Zeichen dieser Organisation. Schauspielerin Reese Witherspoon ließ bei der Stylistin Arianne Philipps Anstecker mit dem Logo der Bewegung anfertigen, um zu zeigen, dass Hollywood nicht wegschaut: „Wir wollen damit zeigen, dass Frauen vereint sind, immer vereint waren und dass wir für diejenigen aufstehen, die es selbst nicht können“, stellte die Schauspielerin klar.

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Stand Up

Die Golden Globes wurden jedoch nicht zum ersten Mal zur Bühne einer Protestbewegung. 2015 erschien der Hashtag #AskHerMore in den Medien. Damit wollten Frauen zeigen, dass sie mehr zu sagen haben, als nur über ihr Kleider zu sprechen. Im Jahr 2016 rebellierten die Stars in Cannes gegen die High-Heels-Vorschriften und gingen Barfuß über den Roten Teppich. Jedoch eine der ersten Schauspielerinnen, die bewusst gegen etwas rebellierte, war indes Jane Fonda. 1972 erhielt sie einen Oscar, den sie als Zeichen gegen den Vietnamkrieg 1972 in einem schwarzen Anzug mit Mao-Kragen entgegennahm. Passenderweise war dieser Anzug von Yves Saint Laurent, der sich schon früh für die Emanzipation der Frauen einsetzte.

Allerdings schaffte bislang keine Bewegung eine größere Aufmerksamkeit als die „Time’s Up“ Initiative. Auch wenn es viele kritische Stimmen gibt, die in der ganzen Debatte eine Eigenwerbung sehen, ist es schön, dass Hollywood zeigt, was hinter dem Glitzer und Glamour vorgehen kann. Die Wahl der Kleidung wird zwar kaum was an den Vorfällen ändern, doch sie sorgt für die Aufmerksamkeit, die dieses Thema auf jeden Fall verdient. Wir sagen und hoffen #TIMESUP!

© Vogue.com

Text by Eva

Layout by Angela