Mode & Lifestyle: Kritisch statt Oberflächlich

Eine neue Runde der New York Fashion Week zum Auftakt des großen Fashion Months hat begonnen. Während sich die politische Lage in den USA immer mehr zuspitzt, wird der modische Fokus auf die neuen Kollektionen der amerikanischen Designer gerichtet. Um diese richtig einordnen zu können, lohnt sich ein kurzer Überblick der tatsächlichen Beziehung zwischen Mode und Politik.

Aktuelle Updates

Die New York Fashion Week startete an diesem Mittwoch und die Modewelt ist gespannt, was die Designer in den nächsten Tagen in ihren Spring/Summer 2018 Kollektionen zeigen. Besonders im letzten Jahr haben sich einige Kreative von den politischen Ereignissen inspirieren lassen und sich klar und deutlich gegen die Politik positioniert. Grund dafür waren beispielsweise zahlreiche Aufstände gegen die umstrittenen Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump. Denn Frauenfeindlichkeit, Rassismus, Diskriminierung und Homophobie stehen bei seinen Aussagen – bzw. seinen Tweets – bis heute an der Tagesordnung. Erst diese Woche verkündete der 45. Präsident der Vereinigen Staaten, das DACA-Programm zu beenden. Somit wird Kindern von illegalen Einwanderern die Möglichkeit genommen, zu studieren und zu arbeiten. Was Trumps Vorgänger Barack Obama einst ins Leben gerufen hatte, wurde von einem Tag auf den andern wieder aufgehoben. Damit muss Amerika – „Das Land der Freiheit“ – ein Rückschritt einstecken, der sich besonders auf die Menschen auswirkt, die ohnehin um ihre Existenz kämpfen müssen.

Die entscheidenden Fashion-Statements

In angespannten Zeiten wie diesen ist es also wenig verwunderlich, dass die Bürger genau so wie einflussreiche Designer gegen solche Entscheidungen demonstrieren und dagegen vorgehen. Deshalb scheint es heute wichtiger denn je, dass die Mode als visuelles Sprachrohr den Protest auf die Straßen bringt – und somit durch den Street Style bekannt wird. So sorgten die Statement T-Shirts à la Dior und Prabal Gurung für eine internationale Welle. Auch Accessoires im auffälligen „Protest-Pink“ – wie sie Claudia Missoni für ihre Herbstkollektion präsentierte – vermögen es oftmals, die Menschen richtig aufzuwecken und auf Probleme jeglicher Art aufmerksam zu machen. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump protestierte die Modebranche nicht nur an der vergangen New York Fashion Week. Einige große Häuser haben es sich seit diesem Zeitpunkt sogar zur Aufgabe gemacht, das Thema als Hauptmerkmal für ihre Kollektionen zu nutzen. Beispielsweise hat der Designer JoeFreshGood mit seiner „Thank you Obama“ Kollektion der ehemaligen Präsidenten-Familie ein Dankeschön für die letzten acht Jahre ausgesprochen. Auf die Frage, wie es zu dieser Kollektion kam, erklärte JoeFreshGood, dass er mit seinen Designs das Leben dokumentieren möchte. Ein Vorhaben, dass ihm definitiv gelungen ist.
Fashion blogger Aimee Song und Co. tragen Prabal Gurung Statement T-Shirts I Credit: Song of Style
Kollektionsbilder von JoeFreshGoods I Credit: JoeFreshGoods

Mehr als nur ein Lifestyle

Auch Kosmetikfirmen schlossen sich dieser Stimmung an: Die in Los Angeles gegründete Marke Lipslut kreierte eine sogenannte „Anti-Trump“ Linie. Beim Kauf eines „F*ck Trump“-Lippenstifts werden 50% des Verkaufspreises an einen Verein gespendet, der sich für Frauenrechte einsetzt  – wenn das mal kein Statement ist. An diesen wenigen Beispielen lässt sich also erkennen, wie stark sich Mode und Politik tatsächlich beeinflussen. Es kann somit als inspirierende Tatsache gesehen werden, dass sich die Mode- und Beautyszene – die stets mit dem Vorurteil der reinen Oberflächlichkeit zu kämpfen haben – mit diesen omnipräsenten Themen auseinandersetzen und ihre Botschaften mit der Welt teilen. Das Team von Carmitive ist gespannt, mit welchen Statements uns die Designer während dieser New York Fashion Week überraschen werden.  

Statement T-Shirts Shop:

Text by Rossella 

Layout by Angela & Carmen