Mode & Gesellschaft: Mut zur Veränderung

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Liberté, Égalité, Fraternité. Wir hören diese drei Wörter und wissen sofort, worum es geht. Frankreich. Das Land, das stets nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit strebt. Politisch gesehen, ist Frankreich durch die immer mächtiger werdende Partei „Rassemblement National“ – eine sehr rechtsorientierte Partei – das große Sorgenkind Europas, für das nun auch die Modelabels Stellung beziehen. Einmal mehr geht Balencaigas Chefdesigner Demna Gvasalia als Vorzeigebeispiel voran.

Falsche Wertevorstellungen

Frankreich gehört neben Deutschland zu den wirtschaftlich stärksten Nationen Europas. Die Entwicklungen in diesem Land können somit teilweise auch auf die politische Entwicklung in Europa zurückgeführt werden. Nicht nur in Frankreich werden die Stimmen der Bevölkerung immer lauter wenn es um Nationalstolz, zu hohe Einwanderungszahlen und Integration geht. Kein Wunder also, wenn rechtspopulistische Parteien wie die „Rassemblement National“ immer mehr Zuspruch von der Bevölkerung erhalten.

Gemeinsam stark sein

Um solchen Entwicklungen entgegenzusteuern, wird es immer wichtiger, sich gegen rechte und insbesondere menschenverachtende Ansichten zu stellen und sich klar zu positionieren. Eine sehr wichtige Instanz, die sich auch in diesem Jahr wieder mit diversen gesellschaftlichen Problemen auseinandergesetzt hat, ist die Modeindustrie. Dieser Meinung ist auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der im Februar – kurz vor den Modewochen in Paris – einflussreiche Designer im Élysée-Palast empfing. Eine solche Huldigung der Modebranche war ein absolutes Highlight und gab es bisher in der politischen Geschichte Frankreichs noch nicht. Somit verdeutlichte er die Wichtigkeit der Mode und ihren großen Einfluss auf die Gesellschaft.

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Der Wunsch nach Veränderung

Den aktuellen Zeitgeist griff der Kreativdirektor Demna Gvasalia mit seinen Designs für die Herbst/Winter Kollektion von Balenciaga gekonnt und äußerst inspirierend auf. Im Zentrum des Laufstegs wurde ein großer Berg aufgebaut, der mit sämtlichen Graffitis besprüht wurde. Die zeichnerischen Darstellungen zeigten Sätze wie beispielsweise „You are the World“, „Power of Dream“ und „Think Big“. Die Erde, Träume und die eigenen Vorstellungen einer schönen Welt stehen bei der Kollektion von Balenciaga also definitiv im Vordergrund. Neben diesen Wünschen ist Gvasalia in dieser Herbst/Winter 18 Kollektion eine Kooperation mit der UN-Organisation „World Food Programme“ eingegangen. Diese versucht den Hunger auf der Welt zu bekämpfen. Im Zuge der Zusammenarbeit geht rund 10% der Balenciaga-Erlöse an die Organisation.

Vorwärts mit Innovation

Für Balenciaga setzte der Kreativdirektor noch einen weiteren Meilenstein in der Modeindustrie obendrauf: Gvasalia arbeitete in dieser Kollektion mit 3D-Druck. Dabei scannte er die Körper der Models ein, digitalisierte diese und passte somit die Formen direkt an den jeweiligen Körpern an. Die 3D-Ausdrucke wurden anschließend geformt, in Schaumstoff aufgegossen und letzten Endes mit den gewünschten Stoffen beklebt. Eine absolute Revolution in der Geschichte der Mode. Kreative Köpfe wie Demna Gvasalia zeigen uns also, dass die Zukunft der Schlüssel zur Veränderung ist. Nur durch diese Art der Rebellion kann eine langfristige und positive Auswirkung auf die Gesellschaft ausgeübt werden. Wir sind gespannt. Schließlich sind wir doch alle für eine Zukunft mit einer Menge „Liberté, Égalité, Fraternité“ Stimmung!

Background pictures © International Talent Support / O!i aus F

Text by Rossella

Layout by Angela