PFW: Fashion Show Highlights

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In der Mitte ein Laufsteg, rundherum gespannte Gäste und eine Verspätung von mindestens 30 Minuten. Eigentlich ließen sich die meisten Fashion Shows mit diesen Worten beschreiben. Trotzdem ist jede auf ihre eigene Art anders – nicht nur was die gezeigte Kollektion angeht, sondern auch das damit vermittelte Gefühl und die Inspiration. Dazu zählen auch die folgenden vier Beispiele der Paris Fashion Week, von denen schon einige Sneak Peeks in den @carmitive Instagram Stories zu sehen waren. Deshalb wird es höchste Zeit für die Hintergründe zu vier der spannendsten Shows dieser Saison.

Thom Browne

Kleider in ihrem eigenen Universum. Genau so außergewöhnlich wie Thom Brownes Herangehensweise an die Designs ist, so kreiert er auch immer wieder einzigartige Fashion Shows. Für sein zweites Défilé in Paris schaffte es der Designer mit Sitz in New York erneut, das Publikum für eine knappe Viertelstunde in eine andere Welt eintauchen zu lassen: In die Welt der französischen Malerin Élisabeth Vigée-Lebrun. Als Porträtistin von Marie-Antoinette zählte sie zu den wichtigsten Künstlerinnen aus dem von Männern dominierten 18. Jahrhundert. Doch anstatt sich lediglich von diesem Zeitalter inspirieren zu lassen, wollte Browne Vigée-Lebruns Rolle ins 21. Jahrhundert übersetzen. Neben den in grau gehaltenen Designs mit überdimensionalen Silhouetten und weiblichen Akzenten, war diese Motivation vor allem in der Songauswahl zu erkennen. Angefangen mit Madonnas „Vogue“, folgte eine theatralische Melodie im Hauptteil. Zum Finale lief schließlich ein Model in einem der aufwendigsten Kleider des Abends über den Laufsteg. Passend zum Song „Who Let The Dogs Out“ führte sie in ihrer stolzen Haltung als Mätresse sechs männliche Models in High Heels und flauschigen Hundeköpfen vor sich – ein Wink, der im Bezug zu den aktuellen #MeToo und „Time’s Up“ Debatten unmissverständlich war.

So zeigte Browne, wie sich die Malerin wohl heute fühlen würde. Das Resultat: Eine diskrete, aber dafür umso stärkere Stimmung von Frauenpower, dekonstruierte Silhouetten und verführerische, auf den Kopf gestellte Details. Eine Kollektion, die einem nicht nur in eine andere Welt entführt, sondern auch Motivation für das Hier und Jetzt schenkt.

Yohji Yamamoto

Seine Shows könnten sich ähnlicher nicht sein und doch sind sie immer komplett verschieden. Was sich erst einmal paradox anhört, ist wohl eines der entscheidenden Merkmale von Yohji Yamamoto. Mit jeder Kollektion treibt er die Dekonstruktion und die Vielseitigkeit der Farbe Schwarz auf die Spitze. Doch für diese Saison erhielten seine Designs einen zusätzlichen Stellenwert: Sie waren eine Hommage an Yamamotos im November verstorbenen Designer-Freund Azzedine Alaïa. So vereinten die 33 Looks, die in einer Lagerhallen-ähnlichen Location präsentiert wurden, die tiefen Trauer-Gefühle des japanischen Designers und die Designprinzipien der beiden Modeschöpfer. Die figurbetonten Leder-Korsetts und taillierten Silhouetten erinnerten an die enganliegenden Alaïa-Kleider – nur eben auf die Yamamoto-Art. Gleichzeitig ließ der japanische Designer seine ursprüngliche Ideen von Picasso und dem Surrealismus in den Kleider zu tragen kommen. Kurz gesagt: Es waren sehr viele Emotionen und Eindrücke auf ein Mal. Deshalb ist es wohl wenig verwunderlich, dass ich nicht die einzige war, die mit einem überwältigten Gefühl die Show verließ – ein wenig paradox, wenn man bedenkt, dass doch „nur“ schwarze (und einige braune) Kleider gezeigt wurden.

Seine Shows könnten sich ähnlicher nicht sein und doch sind sie immer komplett verschieden. Was sich erst einmal paradox anhört, ist wohl eines der entscheidenden Merkmale von Yohji Yamamoto. Mit jeder Kollektion treibt er die Dekonstruktion und die Vielseitigkeit der Farbe Schwarz auf die Spitze. Doch für diese Saison erhielten seine Designs einen zusätzlichen Stellenwert: Sie waren eine Hommage an Yamamotos im November verstorbenen Designer-Freund Azzedine Alaïa. So vereinten die 33 Looks, die in einer Lagerhallen-ähnlichen Location präsentiert wurden, die tiefen Trauer-Gefühle des japanischen Designers und die Designprinzipien der beiden Modeschöpfer. Die figurbetonten Leder-Korsetts und taillierten Silhouetten erinnerten an die enganliegenden Alaïa-Kleider – nur eben auf die Yamamoto-Art. Gleichzeitig ließ der japanische Designer seine ursprüngliche Ideen von Picasso und dem Surrealismus in den Kleider zu tragen kommen. Kurz gesagt: Es waren sehr viele Emotionen und Eindrücke auf ein Mal. Deshalb ist es wohl wenig verwunderlich, dass ich nicht die einzige war, die mit einem überwältigten Gefühl die Show verließ – ein wenig paradox, wenn man bedenkt, dass doch „nur“ schwarze (und einige braune) Kleider gezeigt wurden.

Leonard Paris

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Leicht und bodenständig, sportlich und zierlich, klassisch und überraschend. Christine Phung scheint ein Fan von Gegensätzen zu sein. Diese übersetzt sie nur allzu gekonnt in den Stil des Labels Leonard Paris, das vor allem für seine eher starren, durch Prints aufgelockerten Looks bekannt ist. Inspiriert von einem idealisierten Gedanken an Island, wirkte die Herbst/Winter 18 Kollektion eher kühl. Neben einer Palette von Hellblau bis Violett, verliehen jedoch warme Farben wie Dunkelrot und Senfgelb den Blumen- und Schneeflocken-Muster eine lebhafte Stimmung. Auffällig waren einzelne Details wie Rollkragen mit Reißverschlüssen, Pullover mit tiefen V-Ausschnitten und der Einsatz von Daunen. Nachdem auch viele weitere Designer diese Ansätze in ihre Kollektion integrierten, zählen sie definitiv zu den wichtigsten Trends für Herbst/Winter 2018. Ebenfalls bei mehreren Pariser Designern auffallend: Rote Stiefel – bei Leonard besonders in Form von Overknee-Boots. Mit solchen Aussichten freuen wir uns doch gleich noch mehr auf die neue Saison!

Mashama

Voluminöse Silhouetten, große Kapuzen und High-Tech Materialien in zahlreichen Schichten. Ganz nach der Inspiration des japanischen Anime-Films „Perfect Blue“, schritten die Models im Licht der blauen Scheinwerfer über den Laufsteg. Die Looks erinnerten an die Hauptrolle Mima und ihre verschiedenen Persönlichkeiten. Somit setzte die chinesische Designerin auf die vielseitigen Facetten der Frau von heute. Doch es waren nicht nur die unterschiedlichen Ansätze, die jedes Design für sich einzigartig machten. Als ebenso ausschlaggebend zählten die Materialien und neuen Produktionstechniken. Sie verliehen jedem Look das gewisse Etwas – das trifft sowohl auf die wendbaren Jacken in den perfekten Blautönen zu, als auch auf den Chamäleon-Mantel, der in unterschiedlichen Farben schimmert. Wer also die XXL-Pufferjacken schon in dieser Saison geliebt hat, der kann sich auf den nächsten Herbst gleich umso mehr freuen!

© Mashama Press
Photo Credit Featured Image © Vogue Runway

Text by Carmen 

Layout by Angela 

Photographed by Carmen – ausser die © markierten Fotos