News: Der andere Weg

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„Auf! Lasst uns anders werden als die Vielen, die da wimmeln in dem allgemeinen Haufen!“ Simple und doch sehr inspirierende, wahre Worte, die vor fast 100 Jahren aus dem Mund des Schweizer Dichters und Nobelpreisträgers für Literatur, Carl Spitteler kamen. Ihr kennt Herrn Spitteler nicht? Halb so schlimm. Wichtig ist nur, dass ihr folgende Designer kennt, die definitiv Mut bewiesen, anders zu sein und dabei aus ihrer Komfortzone raus in eine nicht ganz einfache Welt der Mode gingen.

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„Um unersetzbar zu sein, muss man immer anders sein.“ Ein Satz, der vielen Fans von Coco Chanel bekannt sein könnte. Eigentlich als Gabrielle Chasnel am 19.August 1883 geboren, merkte sie schon früh, dass sie anders als das typische Frauenbild ihrer Zeit war. In ihren Zwanzigern sollte sie ihren geschichtsträchtigen Spitznamen Coco bekommen, nachdem sie als Sängerin in einem Varieté  immer wieder die Lieder „Qui qu’a vu Coco?“ und „Ko-Ko-Ri-Ko“ sang. Schon früh lief sie gerne mit Hut, in Hosen und Männerklamotten rum. Es interessierte sie nicht, was andere von ihr dachten. Sie wollte ein neues, modernes Frauenbild erschaffen. So kreierte sie die nahezu revolutionäre, funktionelle Damenmode, die aus einem wadenlangen Rock, einer luftigen Hose, einem simplen Oberteil und Kurzhaarschnitt bestand – eben eine moderne, selbstbewusste Frau. Anfangs sorgte ihr Verhalten für große Aufregung. Früher oder später waren ihr jedoch viele Frauen sehr dankbar – bis heute.

Coco Chanel © Wikipedia Creative Commons

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Für die Frauen

Ein weiterer Designer, der Mut bewies und sich ganz der modernen Frau hingab, war der Franzose Yves Saint Laurent. „Ich habe mich immer gegen die Träume gewisser Kollegen gewehrt, die über die Mode ihr eigenes Ego befriedigen wollen. Ich wollte mich immer in den Dienst der Frauen stellen. Ich wollte sie bei ihrer großen Befreiungsbewegung begleiten, die das vergangene Jahrhundert geprägt hat.“  1967, in einer Zeit, in der die Frauen erst anfingen, für ihre Rechte zu kämpfen, machte sich der Modeschöpfer für sie stark. Mit seinem Hosenanzug für Frauen – auch als „Le Smoking“ bekannt – kreierte er einen Anzug, der die Frau elegant und auch sachlich wirken ließ. Ein Meilenstein für die Emanzipation.

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"Le Smoking" by Yves Saint Laurent © Wesley Vieira Fonseca via Flickr

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Freiheit

„Riskiere es; tue es. Das Leben gibt dir immer eine andere Chance. Es ist sehr wichtig, enorme Risiken einzugehen.“ Genau das machte die britische Designerin Mary Quant zu ihrem Lebensmotto. In einer Zeit, in der Frauen noch eine Arbeitsgenehmigung von ihren Ehemännern brauchten, machte sie sich als Frau für die Frauen stark. In den 60er-Jahren entwarf sie eines der wichtigsten Kleidungsstücke: den Minirock. Mit diesem neuen Look wurden die Frauen regelrecht aus der prüden Mode der Nachkriegszeit befreit. Mary Quant machte die „Swinging Sixties“ zu dem, was sie waren. Ein Risiko, das Geschichte schrieb.

60s Looks in den Straßen von London © Paul Townsend via Flickr

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Zeit für etwas Neues

Im Vergleich zu den wilden 60ern war die Mode in letzter Zeit relativ gleich und eintönig. Zweimal Jährlich finden die großen Fashion Weeks statt. Hier und da war ein Designer mal experimentierfreudiger als sonst. Doch die Zeiten ändern sich. Nicht nur gesellschaftlich passieren immer mehr revolutionäre Dinge. Das Thema Feminismus wurde in den letzten Jahren zum Mittelpunkt vieler Labels und der Umweltschutz ist zurzeit wichtiger denn je. Auch der Stil der Mode beginnt sich zu ändern. Neue Designer bringen den Street Style Look auf die bekanntesten Laufstege dieser Welt. Vorreiter dafür sind der amerikanische Designer Virgil Abloh, Gründer und Chefdesigner von Off-White und Gosha Rubchinskiy, der russische Chefdesigner vom eigenen, gleichnamigen Label.

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Off-White & Gosha Rubchinskiy © Vogue Runway

„Diese Klamotten und die Dinge, mit denen ich mich beschäftige – diese 200, 300-teiligen Kollektionen – sie sind nur ein Mittel, um ein größeres Bild zu malen. Die Modewelt sollte ein Label haben, bei dem sich die Person dahinter für verschiedenen Kontexte und verschiedenen sozialen Dingen interessiert.“ Für Gosha hingegen geht es mehr darum, anders zu sein: „Ich möchte nicht Supreme sein, ich möchte nicht Palace sein, ich möchte Gosha sein", sagt er. Die Leute sagen, dass Gosha der nächste Raf Simons ist (der akutelle Chefdesigner von Calvin Klein 205W39NYC), Gosha ist das nächste Supreme. Nein. Gosha ist Gosha." Er schafft es, diesen Look cool zu machen, der seit vielen Jahren als hässlich oder abgefuckt" galt. Als Designer holt er den typisch russischen Style auf den Laufsteg und lässt sich vom einstigen Zerfall der Sowjetunion inspirieren. Mit seinem Ehrgeiz und Mut hat Gosha mittlerweile große Kollaborationen mit Adidas oder dem High Fashion Label Burberry designt.

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Alles im Allen zeigen diese Designer auf die unterschiedlichsten Arten, dass es sich lohnt, aus der Komfortzone herauszutreten und damit Geschichte zu schreiben. Wir dürfen gespannt bleiben, mit welchen Ideen uns die Vordenker in den nächsten Jahren noch überraschen. Schließlich liegt es an uns, sie auszuprobieren.

Text by Eva

Layout by Angela

 

Featured Image © Wesley Vieira Fonseca via Flickr & Vogue Runway