Kolumne: Die Sache mit den guten alten Zeiten

Fashion, Fashionblog, Fashion Magazine, Editorial, Style, Style Guide, Style Inspiration, Streetwear, Switzerland, Outift, OOTD, Outfit Inspiration, Inspo, Music, Playlist, Carmify, Carmitive, Musik, Songs, Tunes, Listen, Classics, Plattenspieler, Vinyl, Beatles

Kann man etwas, das man selbst gar nicht miterlebt hat, vermissen? Die Frage stellte mir neulich ein Freund, nachdem wir über die Vor- und Nachteile von Print- versus Onlinejournalismus, Handyfotos versus Fotoalben und Streaming versus Schallplatte geredet haben. Ja, habe ich daraufhin geantwortet. Weil irgendwie tue ich das ja. Aber warum? Oder ist das nicht ein bisschen heuchlerisch, fragte ich mich dann.

Wieso die guten alten Zeiten bis heute gut sein können

Die ersten beiden Diskussionspunkte kenne ich natürlich, jeder der in dieser Zeit lebt. Glücklicherweise können sie noch miteinander koexistieren. Wie lange ist eine andere Frage. Plattenspieler kenne ich hingegen tatsächlich nur von meinen Großeltern, die sonntags gerne mal ein Schmuckstück aus ihrer Plattenkollektion auflegten. Ich fand das immer bewundernswert, weil ich den Klang gerne mochte, und weil sich das dann immer so heimelig anfühlte.

Ausschlaggebend dafür, dass ich mir dann selbst einen Plattenspieler zulegte war aber außerdem eine Art Nostalgiefaktor, ein „Früher-war-alles-besser“-Gefühl, das ich auch bei Tageszeitungen und Fotoalben empfinde. Auch wenn mir die Zeit, in der man Platten gekauft hat, weil sie eben das einzige Musikmedium waren, völlig fremd ist.

Fashion, Fashionblog, Fashion Magazine, Editorial, Style, Style Guide, Style Inspiration, Streetwear, Switzerland, Outift, OOTD, Outfit Inspiration, Inspo, Music, Playlist, Carmify, Carmitive, Musik, Songs, Tunes, Listen, Classics, Plattenspieler, Vinyl, Beatles
© Wikimedia

Nostalgisch fühlen mit Musik und Mode

Der gleiche „Die-guten-alten-Zeiten“-Mindset überkam mich, als ich den neuen Queen-Film „Bohemian Rhapsody” sah. Für mich war nicht etwa die Story (die ja zugegeben sehr auf Massentauglichkeit hingedreht wurde, aber das ist auch ok so) das, was mich an dem Film begeistert hat. Es war die Clubszene ziemlich zu Beginn des Filmes. Als alle in ihren 60s-Outfits losgezogen sind, um sich Musik live anzuhören. Was jetzt banal klingen mag. Aber in dem Moment war ich fasziniert und gleichzeitig traurig, dass es diesen Live-Musik-Hype in dem Ausmaß heute nicht mehr gibt.

Und dann gab es noch den Moment, als mir meine Mutter ihre Liebe zu den Beatles gestand: „Das war das Beste“, sagte sie. „An verregneten Tagen mit einem Stückchen Schokolade und einer Beatles-Platte, habe ich dann die Biographie von Elvis gelesen.“ Die sei damals völlig rangiert gewesen, denn das Buch wurde in ihrer Klasse herumgereicht, alle Mädels wollten es lesen. Und dass es diesen Hype um ein (ja, ein!) Buch (ja, Buch!) heute nicht mehr gibt, lässt mich dann irgendwie auch sentimental werden.

Fashion, Fashionblog, Fashion Magazine, Editorial, Style, Style Guide, Style Inspiration, Streetwear, Switzerland, Outift, OOTD, Outfit Inspiration, Inspo, Music, Playlist, Carmify, Carmitive, Musik, Songs, Tunes, Listen, Classics, Plattenspieler, Vinyl, Beatles
© Wikimedia

Kann man also vermissen, was man gar nicht kennt? Ich denke ja. Nostalgie muss nicht immer komplett persönlich sein. Wenn Menschen leidenschaftlich über etwas erzählen, kann – zumindest bei mir – diese Nostalgie, dieses „Früher-war-alles-besser“-Gefühl auch auf mich überschwappen. Und dann vermisse ich Dinge, die ich eigentlich nicht kenne.

Tune in the CARMIFYNostalgia-Playlist

FOLLOW CARMITIVE ON SPOTIFY

Text by Vivian

Layout by Angela