Carmify: Januar Playlist

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Zufälle passieren – manchmal auch gewollt: In der Musik gibt’s es beispielsweise die Aleatorik, die Zufallskomposition. John Cage war einer der bedeutsamsten Vertreter dieser Art und deshalb bekannt dafür, auf nicht-systematische Weise Musik zu machen.  So ließ er für seine Serie „Imaginary Landscape“ ab 1951 unter anderem präparierte Klaviere auf Plattenspieler mit variabler Umdrehungszahl treffen, oder zwölf Radios aufeinander, bei denen der Sender, und was dieser spielen würde, vorher nicht bestimmbar war. 

Zufällig erfolgreich

Zufällig erschien auch „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Durch den gleichnamigen Kinoerfolg von 2018 wurde dieser Song im Dezember zum meist gestreamten Song des 20. Jahrhunderts, und der meist gestreamte Song des Genres „Classic Rock“ aller Zeiten. In den 70ern, als der Song entstand, war er mit einem ungewöhnlichen Aufbau, Opern-Sequenzen, keinem Refrain, und mit Songzeilen wie „Beelzebub has a devil put aside for me for me“ nicht für die Massen geeignet.

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© Carlos Varera via Flickr & Joe Mabel via Wikimedia

„Wieso nicht?“

Aber so zufällig wie der Song beim ersten Hören wirkte, war er in Wirklichkeit gar nicht: „Ich denke, die Leute sollten ihn einfach anhören, darüber nachdenken und das daraus ziehen, was ihnen ihr Gefühl sagt“, äußerte sich Freddie Mercury damals zu seinem Werk. „Bohemian Rapsody“ sei nicht einfach aus der Luft gegriffen gewesen. „Ich habe schon ein wenig recherchiert, auch wenn es eine ironische Pseudo-Oper war. Wieso auch nicht?“

Zufälle mit der süßen Mary Poppins und dem sexy Marvin Gaye

© RCA Records & Weatherman90 via Wikimedia

Aber der wohl schönste Zufall in der Musik, willkürlich zu sein, ist beim Musikgeschmack selbst. Er kann von Nineties Hip-Hop über Klassik gehen, einen Abstecher in die Filmmusik machen, sich in Lieblings-Emo-Genres aus der Jugend wiederfinden und in den Hardrock münden. Das ist die Schönheit der Willkür – und was das angeht, auch die Schönheit von Mixtapes und Playlists. Wenn Skee-Lo auf System of a Down trifft, Def Leppard auf Dolly Parton, Marry Poppins auf Marvin Gaye. 

Wenn man sich bei einer Playlist denkt: „Was, Bitteschön höre ich da gerade?“, aber „irgendwie passt das gerade!“ ist das so wunderbar willkürlich, dass aus Zufällen schon fast Schicksal wird. Wenn man denn an Schicksal glaubt. Vielleicht sollten wir Zufälle öfter planen. 

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Text by Vivian

Layout by Angela

Featured Image © Mary Poppins Screenshot via Wikimedia & Maxpixel